Was leisten intelligente Sicherheitstechnologien?

Was leisten intelligente Wartungsarchitekturen?

Inhaltsangabe

Intelligente Sicherheitstechnologien verbinden Sensorik, Software und Vernetzung, um Schutzaufgaben effizienter zu erfüllen. Sie unterscheiden sich klar von rein mechanischen oder analogen Lösungen, weil sie Daten aus vernetzten Sicherheitssystemen auswerten und daraus Handlungen ableiten.

Die funktionalen Ziele sind klar: Schutz von Personen, Anlagen und Daten, frühzeitige Erkennung von Gefährdungen sowie Minimierung von Ausfallzeiten. Solche Systeme unterstützen außerdem Compliance-Anforderungen, etwa im Arbeitsschutz oder bei Audits.

Typische Einsatzfelder reichen von Fertigungsanlagen und Energieversorgung über Logistikzentren bis zu Krankenhäusern und Büroimmobilien. Beispiele sind Videoüberwachung mit KI-Analyse, Zutrittskontrollen mit Biometrie sowie vernetzte Brandschutz- und Leckageerkennungssysteme, die smarte Sicherheit spürbar erhöhen.

Für die Bewertung von Lösungen liegt der Fokus dieses Artikels auf Operabilität, Integrationsfähigkeit und Datenschutz. Das gilt für industrielle Sicherheit ebenso wie für Gebäudesicherheit. IT-Leiter, Betriebsleiter und Facility Manager in Deutschland profitieren besonders, weil gesetzliche Vorgaben und wirtschaftliche Vorteile eng verknüpft sind.

Weiterführende Aspekte zu vernetzten Systemen und ihrer Funktionalität sind in einem technischen Überblick zusammengefasst, der als ergänzende Lektüre dient: Vernetzte Systeme im Betrieb.

Was leisten intelligente Wartungsarchitekturen?

Intelligente Wartungsarchitekturen verbinden Sensorik, Datenverarbeitung und Algorithmen zu einem System, das Entscheidungen zur Instandhaltung datenbasiert trifft. Ziel ist, ungeplante Stillstände zu reduzieren, Ersatzteilbestände zu optimieren und die Lebensdauer von Anlagen zu verlängern. Solche Architekturen schaffen die Grundlage für moderne Ansätze wie predictive maintenance und zustandsorientierte Wartung.

Definition und Abgrenzung zu klassischen Wartungsansätzen

Bei klassischen Methoden dominiert reaktive Wartung, also Reparatur nach Ausfall, oder zeitgesteuerte Intervalle, bekannt als präventive Wartung. Intelligente Systeme weichen davon ab, weil sie auf Messdaten und Modellvorhersagen basieren. Diese Systeme schätzen Restlebensdauer und planen Eingriffe punktgenau.

Der Übergang zu zustandsorientierte Wartung und predictive maintenance reduziert unnötige Eingriffe und vermeidet späte Reaktionen auf Verschleiß. Aus betrieblicher Sicht führt das zu besserer Anlagenverfügbarkeit und planbaren Wartungsfenstern.

Typische Komponenten und Technologien

Eine intelligente Wartungsarchitektur besteht aus Sensoren, Datenaggregatoren, Kommunikationsschnittstellen und Analyse-Engines. Sensoren liefern Vibrationen, Temperatur oder Strömungsdaten. Gateways sammeln und übermitteln Informationen an lokale oder cloudbasierte Systeme.

Algorithmen für predictive maintenance werten historische und Echtzeitdaten aus. Maschinelles Lernen hilft, Anomalien zu erkennen und den verbleibenden Lebenszyklus zu prognostizieren. Schnittstellen zu ERP- und CMMS-Systemen sorgen für Integration in bestehende Prozesse.

Praxisbeispiele aus der Industrie und im Gebäudemanagement

Ein Hersteller von Förderanlagen nutzt zustandsorientierte Wartung, um Lagerausfälle frühzeitig zu erkennen. Sensoren melden erhöhte Vibration, das System empfiehlt einen Austausch bevor ein Totalausfall eintritt. Das spart Kosten und erhöht MTBF.

Im Gebäudemanagement verbessern vernetzte Heizungspumpen und Klimageräte die Wartungsplanung. Predictive maintenance meldet Verschleiß, bevor Nutzer Komforteinbußen spüren. Betreiber können Ersatzteile gezielt vorhalten und MTTR reduzieren.

  • KPIs wie MTBF, MTTR und Verfügbarkeit dienen zur Bewertung.
  • OEE zeigt die Wirkung auf Gesamtanlageneffizienz.
  • Integration in ERP-Systeme ermöglicht transparente Prozesse.

Vorteile intelligenter Sicherheitstechnologien für Unternehmen

Intelligente Sicherheitstechnologien bringen messbare Vorteile für Industrie und Facility Management. Sie verbinden Sensorik, Datenanalyse und Automatisierung, um Betriebskosten zu senken und Prozesse stabiler zu machen.

Kosteneinsparungen durch vorausschauende Wartung

Predictive-Ansätze reduzieren Notfalleinsätze und senken Ersatzteilkosten durch planbare Bestellungen. Das Ergebnis zeigt sich in der direkten Kostenreduzierung Predictive Maintenance, da Wartungszyklen nur bei Bedarf ausgelöst werden.

Studien verweisen auf Einsparpotenziale Wartung zwischen 10 und 40 Prozent je nach Branche. Langfristig sinkt der Total Cost of Ownership durch geringere Folgeschäden.

Erhöhte Verfügbarkeit von Anlagen und Systemen

Vorausschauende Wartung minimiert ungeplante Ausfälle. Dadurch steigt die Anlagenverfügbarkeit und Fertigungslinien bleiben produktiv.

Weniger Produktionsstopps führen zu stabileren Lieferzeiten und verbessertem Liefertreuegrad. Das wirkt sich positiv auf Umsatz und Kundenbeziehungen aus.

Verbesserung der Compliance und Nachvollziehbarkeit

Digitale Protokolle dokumentieren Wartungsarbeiten lückenlos. Auditoren erhalten klare Nachweise über Prüfintervalle und durchgeführte Maßnahmen.

Die bessere Nachvollziehbarkeit unterstützt regulatorische Anforderungen und erleichtert interne Qualitätskontrollen. Gleichzeitig lassen sich Einsparpotenziale Wartung transparent belegen.

  • Planbare Ersatzteilbeschaffung reduziert Lagerkosten.
  • Optimierte Personalplanung verringert Überstunden.
  • Vermeidung von Überwartung schont Ressourcen.

Technische Grundlagen und eingesetzte Systeme

Die technische Basis moderner Wartungsarchitekturen kombiniert robuste Messgeräte mit leistungsfähigen Datenflüssen. Hersteller wie Siemens und Bosch liefern bewährte Module für die Feldebene. Ziel ist es, präzise Messsignale sicher zu erfassen, zu verdichten und für nachgelagerte Analysen bereitzustellen.

Die Wahl der Sensoren bestimmt die Qualität der Basisdaten. Condition Monitoring Sensoren umfassen Beschleunigungssensoren für Vibration, Dehnungsmessstreifen, Thermoelemente, Ultraschall-Detektoren sowie Strömungs- und Drucksensoren. Jede Bauform bringt spezifische Messprinzipien, Kalibrieranforderungen und Präzisionsvorgaben mit sich.

Sampling-Rate und Präzision beeinflussen die Aussagekraft der Messreihen. Bei Schwingungsmessungen sind hohe Abtastraten nötig. Für Temperatur- oder Druckdaten reichen oft niedrigere Raten. Vorverarbeitungsschritte wie Filterung und Feature-Extraction reduzieren Rauschen und extrahieren relevante Kennwerte.

Netzwerkarchitekturen ordnen die Erfassung und Übertragung. Edge-Geräte übernehmen Rohdatenaufnahme und initiale Aufbereitung nahe der Maschine. Diese dezentrale Vorverarbeitung senkt Bandbreitenbedarf und verbessert Reaktionszeiten.

Die zentrale Speicherung setzt auf Zeitreihen-Datenbanken wie InfluxDB oder TimescaleDB. Kompression und Retentionsstrategien begrenzen Kosten. Datenaggregation fasst Messpunkte zu aussagekräftigen Indikatoren zusammen und erleichtert historische Analysen.

Edge-Computing und Cloud-Lösungen treten in ein ausgewogenes Zusammenspiel. Edge reduziert Latenz und schützt sensible Daten durch lokale Filterung. Die Cloud bietet skalierbare Rechenleistung für aufwändige Analysen und langfristige Archivierung.

Künstliche Intelligenz nutzt die verdichteten Daten zur Mustererkennung. Predictive-Analytics-Modelle prognostizieren Ausfälle und unterstützen die Planung. Trainingsdaten profitieren von sauberer Datenaggregation und hochwertigen Condition Monitoring Sensoren.

Für Betreiber ist die Balance zwischen lokaler Verarbeitung und zentraler Analyse entscheidend. Gut geplante Sensorik IoT-Implementierungen sichern Datenqualität, minimieren Netzwerklast und schaffen die Grundlage für zuverlässige Vorhersagen.

Integration in bestehende IT- und OT-Landschaften

Die Verbindung von IT- und OT-Systemen erfordert klare Schnittstellen und abgestimmte Protokolle. Ein pragmatischer Fahrplan hilft, bestehende Anlagen schrittweise zu integrieren und Ausfallzeiten gering zu halten.

Für den Datenaustausch setzen viele Unternehmen auf offene Standards. OPC UA bietet semantische Beschreibungen, MQTT eignet sich für leichte Telemetrie und Modbus bleibt in klassischen Installationen präsent. Standardisierung Industrie 4.0 schafft die Basis für interoperable Lösungen.

Wichtige API-Strategien kombinieren REST-APIs mit SDKs und Konnektoren. So lassen sich Systeme wie SAP oder Siemens MindSphere anbinden, ohne die Feldgeräte zu ersetzen. Offene APIs reduzieren Vendor-Lock-in und erhöhen die Flexibilität in der Systemlandschaft.

Bei Migrationen treten oft Formularinkompatibilitäten und unterschiedliche Datenmodelle auf. Die Anpassung an NAMUR-Empfehlungen oder IEC 61499/ISA-95 erleichtert die Strukturierung von Produktions- und Wartungsdaten. Ein abgestuftes Vorgehen verringert Betriebsrisiken.

Best Practices empfehlen diese Schritte:

  • Analyse vorhandener Protokolle und Schnittstellen.
  • Priorisierung kritischer Anlagen für erste Integrationsschritte.
  • Schaffung eines Datenkatalogs mit semantischen Metadaten.
  • Einführung hybrider Gateways, die OPC UA, MQTT und Modbus übersetzen.
  • Etablierung von REST-APIs für Anbindung an ERP und CMMS.

Ein iteratives Test- und Rolloutverfahren hilft bei der Harmonisierung. Kleine Pilotprojekte prüfen Konnektivität und Performance. Nach Abschluss der Tests erfolgt die sukzessive Ausweitung auf weitere Produktionsbereiche.

Schulungen und klare Verantwortlichkeiten steigern die Akzeptanz. IT- und OT-Teams sollten gemeinsame Betriebsprozesse definieren. So wird die Integration langfristig stabil und die Standardisierung Industrie 4.0 gewinnt an Praxisrelevanz.

Datensicherheit, Datenschutz und rechtliche Aspekte

Vernetzte Wartungslösungen bringen klare Vorteile. Gleichzeitig erhöhen sie die Angriffsfläche für Sabotage, Industriespionage und Betriebsstörungen. Ein strukturierter Schutzplan hilft, Risiken zu reduzieren und rechtliche Vorgaben einzuhalten.

Risiken durch vernetzte Systeme

Unsichere Protokolle und ungeschützte Endgeräte öffnen Angriffsvektoren. Angreifer können Messwerte manipulieren oder Produktionslinien lahmlegen. Solche Vorfälle treffen Fertigung, Logistik und Gebäudemanagement.

Sicherheitsrisiken IoT treten häufig dort auf, wo Standard-IT-Sicherheitskonzepte nicht auf Operational Technology angepasst wurden. Fehlende Segmentierung und schlecht verwaltete Zugangsdaten verschlechtern die Lage.

Datenschutz nach DSGVO in vernetzten Wartungslösungen

Bei der Verarbeitung personenbezogener Daten sind Auftragsverarbeitung und Dokumentation zentral. Serviceprovider wie Siemens oder Bosch müssen klare Vereinbarungen treffen, wenn Mitarbeiterdaten oder Zutrittslogs betroffen sind.

Transparente Datenflussdokumentation und minimierte Datenspeicherung schützen betroffene Personen. Pseudonymisierung und Zugriffskontrollen sind praxisnahe Maßnahmen, um DSGVO-Anforderungen zu erfüllen.

Absicherungsmaßnahmen und Zertifizierungen

  • Netzwerksegmentierung senkt das Ausbreitungsrisiko von Angriffen und schafft getrennte Zonen für IT und OT.
  • Firewalls, Intrusion Detection Systeme und spezialisierte Lösungen für Cybersecurity OT erkennen untypische Aktionen in Produktionsumgebungen.
  • Regelmäßige Penetrationstests und Schwachstellenmanagement halten Sicherheitsniveaus aktuell.

Zusätzlich empfiehlt sich die Zertifizierung nach ISO 27001 oder IEC 62443. Solche Standards schaffen Vertrauen bei Kunden und Lieferanten.

Praktisch wirksame Maßnahmen kombinieren technische Kontrollen mit organisatorischen Prozessen. Ein abgestuftes Schutzkonzept, Schulungen für Mitarbeitende und klare Notfallpläne reduzieren die Wahrscheinlichkeit von ernsthaften Störungen.

Wirtschaftlichkeit und Return on Investment

Die Bewertung wirtschaftlicher Effekte von Predictive Maintenance braucht klare Zahlen. Entscheider verlangen transparente Annahmen zu Kosten, Einsparungen und Risikofaktoren. Eine strukturierte Wirtschaftlichkeitsrechnung hilft, Investitionen gegenüber laufenden Ausgaben und erwarteten Einsparungen greifbar zu machen.

Kalkulationsansätze für Einsparpotenziale

Typische Kostenkategorien umfassen Investitionskosten für Sensoren, Gateways und Software sowie laufende Kosten für Cloud, Lizenzen und Wartung. Einsparungen entstehen durch geringere Ausfallkosten, reduzierte Ersatzteilbestände und optimierte Personaleinsätze.

  • Total Cost of Ownership (TCO) vergleicht Gesamtaufwand über die Lebensdauer.
  • Net Present Value (NPV) diskontiert zukünftige Einsparungen auf den heutigen Wert.
  • Amortisationsrechnungen zeigen, wann die Investition zurückfließt.

Langfristige Effekte auf Betriebskosten und Lebenszyklus

Predictive-Strategien verlängern die Lebensdauer von Anlagen durch rechtzeitige Eingriffe. Das reduziert den Bedarf an teuren Austauschkomponenten.

Langfristig sinken Betriebskosten über alle Bereiche: Energieverbrauch, Instandhaltungsaufwand und ungeplante Stillstände werden kleiner. Der ROI Predictive Maintenance verbessert sich mit steigender Datenbasis und optimierten Wartungsprozessen.

Fallstudien mit quantifizierten Ergebnissen

Fallstudien aus der Industrie und aus dem Gebäudemanagement zeigen typische Kennzahlen. Beispiele melden Einsparungen bei Ausfallkosten von 20–40 Prozent und eine Verkürzung der Ausfallzeiten um 30 Prozent.

Für valide Vergleiche sind Sensitivitätsanalysen nötig. Szenarien variieren Ausfallhäufigkeiten, False-Alarm-Raten und Implementierungskosten. So lässt sich die Bandbreite des ROI Predictive Maintenance zuverlässig einschätzen.

Bei der Wirtschaftlichkeitsrechnung Wartung empfiehlt sich die Kombination mehrerer Methoden. Nur so entsteht ein belastbares Bild für Investitionen in moderne Wartungsarchitekturen.

Auswahlkriterien und Bewertung von Produkten

Bei der Auswahl Predictive Maintenance Lösung sollte zuerst ein Pflichtenheft stehen. Darin gehören Skalierbarkeit, Interoperabilität mit offenen Schnittstellen und Echtzeitfähigkeiten genauso wie Sicherheitsstandards und DSGVO-Konformität. Unternehmen prüfen zudem Anbieter-Referenzen von Siemens, Schneider Electric oder Bosch sowie spezialisierte Anbieter mit nachweisbaren Projekten.

Die Wartungssoftware Bewertung umfasst Funktionsumfang und Betriebsaspekte. Wichtige Punkte sind die unterstützten Sensortypen, Modellierungs- und Analysefähigkeiten sowie Dashboard- und Reporting-Features. Ebenso relevant sind Integration in CMMS/ERP, Support- und SLA-Modelle, Update-Strategien und Angebote für Schulung und Change-Management.

Im Anbieter Vergleich fließen wirtschaftliche Kriterien ein: Lizenzmodell (CapEx vs. OpEx), Total Cost of Ownership und Referenz-ROI. Empfohlen wird ein Proof-of-Concept mit definierten KPIs und eine Bewertungsmatrix mit Gewichtung für Technik, Kosten, Sicherheit und Service. Pilotprojekte helfen, Risiken zu reduzieren und den tatsächlichen Nutzen zu belegen.

Die finale Entscheidung sollte offen für hybride Architekturen sein, um Flexibilität und Zukunftssicherheit zu sichern. Ein strukturiertes Verfahren — Pflichtenheft, Shortlist, PoC und gewichtete Bewertung — liefert eine solide Grundlage für eine nachhaltige und wirtschaftliche Auswahl.

FAQ

Was versteht man unter intelligenten Sicherheitstechnologien und warum sind sie für Unternehmen in Deutschland relevant?

Intelligente Sicherheitstechnologien kombinieren Sensorik, Vernetzung, Datenanalyse und Automatisierung, um Personen, Anlagen und Daten proaktiv zu schützen. Sie heben sich von rein mechanischen oder analogen Lösungen ab, weil sie Gefährdungen frühzeitig erkennen, automatisch reagieren und Wartungsbedarfe vorhersagen können. Für IT-Leiter, Betriebsleiter und Facility Manager in Deutschland sind sie relevant wegen gesetzlicher Vorgaben (z. B. Arbeitssicherheit, DSGVO), betriebswirtschaftlicher Vorteile wie reduzierten Ausfallzeiten sowie verbesserten Compliance- und Nachvollziehbarkeitsanforderungen.

Welche funktionalen Ziele verfolgen intelligente Wartungsarchitekturen?

Intelligente Wartungsarchitekturen zielen darauf ab, ungeplante Stillstände zu reduzieren, Ersatzteilbestände zu optimieren und die Lebensdauer von Anlagen zu verlängern. Sie ermöglichen zustandsorientierte und prädiktive Wartung statt rein reaktiver oder rein zeitbasierter Ansätze und verbessern Kennzahlen wie MTBF, MTTR, Verfügbarkeit und OEE.

In welchen Einsatzfeldern kommen diese Technologien typischerweise zum Einsatz?

Typische Felder sind Fertigungsanlagen, Energieversorgung, Logistikzentren, Krankenhäuser sowie Büro- und Verwaltungsgebäude. Beispiele sind Videoüberwachung mit KI-Analyse, Zutrittskontrollen mit Biometrie, vernetzte Brandschutzsysteme und Leckageerkennung sowie Condition-Monitoring mit Vibrations- und Temperatur-Sensorik.

Wie unterscheiden sich prädiktive Wartung und traditionelle Wartungsansätze?

Traditionelle Ansätze sind reaktiv (Reparatur nach Ausfall) oder zeitbasiert (Intervallwechsel). Prädiktive Wartung basiert auf Echtzeitdaten, Algorithmen und Modellierung, um Restlebensdauer zu schätzen und Wartungsfenster optimal zu planen. Das reduziert Überwartung und minimiert Folgeschäden.

Welche Komponenten gehören zu einer intelligenten Wartungsarchitektur?

Wesentliche Komponenten sind Sensoren (Vibration, Temperatur, Druck, Ultraschall), Edge-Geräte zur Vorverarbeitung, Kommunikationsprotokolle (OPC UA, MQTT), Zeitreihen-Datenbanken, Analyse- und Machine-Learning-Module sowie Integrationsschichten zu ERP/CMMS-Systemen wie SAP oder IBM Maximo.

Welche Kostenvorteile bieten vorausschauende Wartung und intelligente Sicherheitssysteme?

Direkte Vorteile sind weniger Notfalleinsätze, geringere Ersatzteilkosten und planbare Personalressourcen. Indirekt führt eine höhere Anlagenverfügbarkeit zu besseren Lieferketten und Umsatzsicherheit. Studien zeigen typische Einsparungen bei Wartungskosten von 10–40 % und langfristig niedrigere Total Cost of Ownership.

Welche technischen Grundlagen sind besonders wichtig für Predictive Analytics?

Entscheidend sind präzise Sensorik, geeignete Sampling-Raten, Datenvorverarbeitung (Filtering, Feature-Extraction), Edge-Computing zur Latenzreduktion sowie robuste Machine-Learning-Modelle. Zeitreihen-Datenbanken und Retentionsstrategien sind wichtig für die Langzeitanalyse.

Wann sollte Edge-Computing gegenüber Cloud-Lösungen bevorzugt werden?

Edge-Computing empfiehlt sich bei niedrigen Latenzanforderungen, begrenzter Bandbreite oder hohen Datenschutzanforderungen. Die Cloud ist vorteilhaft für rechenintensive Analysen, Skalierung und zentrale Datenhaltung. Hybride Architekturen verbinden lokale Vorverarbeitung mit Cloud-basierten Analysen.

Welche Schnittstellen und Standards erleichtern die Integration in bestehende IT- und OT-Landschaften?

Wichtige Standards sind OPC UA für semantischen Datenaustausch, MQTT für Telemetrie sowie Modbus oder Profinet in klassischen Anlagen. REST-APIs, SDKs und vorgefertigte Konnektoren zu Systemen wie Siemens MindSphere oder SAP erleichtern die Anbindung an ERP/CMMS.

Welche Herausforderungen treten bei der Migration und Systemharmonisierung auf?

Herausforderungen sind heterogene Protokolle, fehlende Datensemantik, Legacy-Systeme ohne Schnittstellen und die Gefahr von Vendor-Lock-in. Weitere Hürden sind organisatorische Silos zwischen OT und IT sowie fehlende Governance für Datenqualität und Sicherheitsrichtlinien.

Welche Datenschutz- und Sicherheitsaspekte sind bei vernetzten Wartungslösungen zu beachten?

Wichtige Aspekte sind DSGVO-Konformität bei personenbezogenen Daten, sichere Authentifizierung, verschlüsselte Kommunikation, Netzwerksegmentierung (z. B. DMZ) und OT-spezifische Intrusion-Detection-Systeme. Zertifizierungen nach IEC 62443 und regelmäßige Penetrationstests erhöhen die Sicherheit.

Wie lassen sich Angriffsvektoren in vernetzten Systemen minimieren?

Gegenmaßnahmen umfassen regelmäßige Software- und Firmware-Updates, starke Zugangskontrollen, Logging und Monitoring, Netzwerksegmentierung sowie Einsatz von Firewalls und IDS. Sicherheitskonzepte sollten OT- und IT-Perspektiven integrieren und Herstellerempfehlungen beachten.

Welche Kennzahlen helfen bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung und ROI-Bewertung?

Relevante Kennzahlen sind Total Cost of Ownership (TCO), Net Present Value (NPV), Amortisationszeit, Einsparungen bei Ausfallkosten, Reduktion von Ersatzteilbeständen sowie Veränderungen von MTBF, MTTR und OEE. Sensitivitätsanalysen mit verschiedenen Ausfallraten und Implementierungskosten sind ratsam.

Welche Auswahlkriterien sind wichtig bei der Bewertung von Produkten und Anbietern?

Kernkriterien sind Skalierbarkeit, Interoperabilität mit offenen Schnittstellen, Echtzeitfähigkeit, Sicherheits- und DSGVO-Standards, Support und SLA-Modelle sowie Referenzen. Technische Features wie unterstützte Sensoren, Analytics-Funktionen, Dashboarding und Integration in CMMS/ERP sind ebenfalls entscheidend.

Sollte ein Pilotprojekt vor einer großflächigen Einführung durchgeführt werden?

Ja. Ein Proof-of-Concept (PoC) mit klaren KPIs ermöglicht die Validierung technischer Annahmen, Bewertung von Integrationsaufwand und Nachweis wirtschaftlicher Effekte. Ein strukturierter Bewertungsprozess mit Pflichtenheft, Anbieter-Shortlist und Bewertungsmatrix reduziert Risiken vor einem Rollout.

Welche Hersteller und Lösungen gelten als etablierte Referenzen auf dem Markt?

Etablierte Hersteller im Bereich Industrie 4.0 und industrielle Sicherheit sind unter anderem Siemens, Schneider Electric und Bosch. Zudem gibt es spezialisierte Anbieter für Predictive Maintenance und Condition Monitoring sowie IoT-Plattformen wie PTC ThingWorx oder AWS IoT, die häufig in hybriden Architekturen eingesetzt werden.
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